Schönen Advent!

Ein Adventskalender im Wunderland

Das Wunderland Deutsch wünscht Ihnen mit diesem literarischen Adventskalender eine schöne Vorweihnachtszeit! Jeden Tag bis Weihnachten öffnet sich für Sie ein Türchen mit einem Gedicht oder Zitat zur (deutschen) Sprache oder zur Weihnachtszeit. Und mehr wird nicht verraten – nun heißt es Geduld haben!

Viel Freude mit unserem Adventskalender! 

http://www.wunderland-deutsch.com/advent2008/default.aspx

 

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„Ilsebill salzte nach.“ Teil 2

Die Platzierungen 

Hier die Platzierungen der Kategorien „Erwachsene“ und „Kinder und Jugendliche“ im Detail: 

Erwachsene

  • 1. Platz: Günther Grass, „Der Butt“: „Ilsebill salzte nach.“
  • 2.  Platz: Franz Kafka, „Die Verwandlung“: „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“
  • 3. Platz: Siegfried Lenz, „Der Leseteufel“: „Hamilkar Schaß, mein Großvater, ein Herrchen von, sagen wir mal, einundsiebzig Jahren, hatte sich gerade das Lesen beigebracht, als die Sache losging.“

Kinder und Jugendliche

  • 1. Platz: Janosch, „Lari Fari Mogelzahn“: „In der Mottengasse elf, oben unter dem Dach hinter dem siebten Balken in dem Haus, wo der alte Eisenbahnsignalvorsteher Herr Gleisenagel wohnt, steht eine sehr geheimnisvolle Kiste.“
  • 2.  Platz: Cornelia Funke, „Tintenherz“: „Es fiel Regen in jener Nacht, ein feiner, wispernder Regen.“
  • 3. Platz: Ildikó von Kürthy, „Blaue Wunder“: „Entweder mache ich mir Sorgen oder was zu essen.“
 
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"Ilsebill salzte nach." Teil 1

Der schönste erste Satz?

Nach dem schönsten deutschen Wort wurde die letzten Monate nach dem schönsten ersten Satz der deutschsprachigen Literatur gesucht. Mehr als 17.000 Menschen aus über 60 Ländern haben sich mit ihren Vorschlägen und Begründungen an dem Wettbewerb beteiligt. Am meisten Einsendungen gab es für den ersten Satz von Franz Kafkas „Verwandlung“.

Die Jury

Aber „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt“ landete nur auf dem zweiten Platz – so wollte es die Jury. Diese betonte übrigens, dass jeder Leser selbst entscheidet, was schön ist. Wenn das so ist, drängt sich natürlich die Frage auf, wozu dann eine Jury nötig ist und man nicht einfach eine Abstimmung online stellt – der Vorschlag mit den meisten Stimmen gewinnt.

„Der Butt“ von Günther Grass

„Ilsebill salzte nach“ ist nett. Es ist anders. Es ist kreativ. Es ist banal – spontan fallen mir ein Dutzend ähnlicher Sätze ein und vielleicht hätte z. B. „Ilsebill pfefferte nach“ sogar mehr Pfiff. (Mit dem ersten Satz aus Kafkas Verwandlung funktioniert das nicht so einfach.) Der Gewinner des Wettbewerbs, Lukas Mayrhofer aus Wien, begründet seine Wahl u. a. damit, dass der Roman in der Folge eine „Weltgeschichte“ aufbaue – „Ilsebill salzte nach“ ist demnach der Auftakt zu einer Weltgeschichte. Aber ist dieser Satz der schönste erste Satz der deutschsprachigen Literatur? Oder – provokativ gefragt – möchte die Jury Günther Grass, der im letzten Jahr die Lorbeeren früherer Jahre vermisst haben mag, wieder versöhnen?

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