Das schönste deutsche Wort

 Internationaler Wettbewerb 2004 

Beim Aufräumen des Bücherregals fand ich ein wunderbares Buch wieder: „Das schönste deutsche Wort“ und wieder war es eine Freude, die originellen, poetischen, herzerwärmenden Begründungen für die Wahl des schönsten Wortes zu lesen.  

2004 wurde das „schönste deutsche Wort“ im Rahmen eines internationalen Wettbewerbes gekürt. Insgesamt wurden aus 111 Ländern 22.838 Wörter samt Begründungen vorgeschlagen. Eine Jury gab die „Gewinner“ im Oktober 2004 bekannt. Demnach ist „Habseligkeiten“ das schönste deutsche Wort, gefolgt von „Geborgenheit“, „lieben“, „Augenblick“ und „Rhababermarmelade“.  

Hier einige besonders schöne Begründungen: 

Streicheleinheit: Das Wort suggeriert, dass man so etwas Schönes wie Streicheln messen oder wiegen könnte, weil es dafür eine Bemaßung (= Maßeinheit) gibt: Ich hätte gern 42 Gramm Streicheln – oder doch besser 3 Kubikmeter davon???!!! Ganz im Gegensatz zu diesem eher nüchtern-technischen Begriff steht das Klangbild „Streicheleinheit“ mit seinem dreimaligen Doppelvokal: ei – ei – ei. Wem’s da nicht wohlig den Rücken herunterläuft …  

Fernweh: Dieses Wort ist für mich das schönste deutsche Wort, weil es das Wort ist, das ich lebenslang gesucht habe. Bis ich angefangen habe, Deutsch zu lernen, habe ich dieses Gefühl nicht benennen können. Es ist komisch, etwas zu spüren, und kein Wort dafür zu haben.  

Herbstzeitlose: „Herbstzeitlose“ vermittelt auf wundersame Weise die Fähigkeit der deutschen Sprache, durch Begriffskombinationen eine Verdichtung verschiedener Sinngehalte in einem Wort zu erreichen. Hier werden charakteristische Stigmata deutscher Mentalität über den alles bestimmenden Begriff der Zeit miteinander verknüpft: „Herbstzeit“ steht für die melancholische Abschiedsphase von allem Schönen, „zeitlos“ für Hoffnung und Vision einer Dauerhaftigkeit in einem Substanziellen – ein ambivalenter deutscher Begriff wie die Pflanze selbst, die Gift und Heilkraft besitzt.

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… und ich atme frei!

Das Fest des Mario Vargas Llosa 

Eine seltsame Unruhe im Bauch, dauerndes Aktualisieren der Nachrichten-Seite, ungeduldiges Warten, Hoffnung, die Erwartung eines mäßigen Ergebnisses – das sind typische Anzeichen des alljährlichen Literaturnobelpreis-Vormittags! Und dann kommt die Mittagszeit und mit ihr die Erlösung aus der Ungewissheit „und nun kann ich hoffen“! – Aber werde ich auch frei atmen können? (Ja, der „Zauberlehrling“ kommt zurzeit viel zum Einsatz! ;-))

Die diesjährige Entscheidung der Schwedischen Akademie, Mario Vargas Llosa für seine "Kartographien von Machtstrukturen und seine bissigen Bilder von Widerstand, Revolte und Niederlage des Individuums" den Nobelpreis für Literatur zu verleihen, ist Balsam auf der Seele, denn mit ihm erhält nach einer langen Durststrecke endlich wieder ein ganz großer Literat diese wichtige Auszeichnung. Und ja – ich konnte frei atmen!

Aus seiner Feder besonders zu empfehlen ist „Das Fest des Ziegenbocks“ für mich eines der besten Bücher überhaupt!

 

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Klara Klopädie und ihre Katze Klementine

„Mein Müsli macht auch Morgenmuffel wie mich munter!“

Richtig – es geht um Alliterationen (lat. ad: „zu“, littera: „Buchstabe“). Alliterationen sind literarische Stilfiguren, bei denen die betonten Stammsilben von zwei oder mehreren benachbarten Wörtern den gleichen Anfangslaut besitzen. Alliterationen können auch innerhalb eines Wortes auftreten, wie z.B. bei „Wirrwarr“, „Krimskrams“, „Schnickschnack“ usw.  

Einsatz von Alliterationen

Alliterationen werden in der Dichtung sowohl in Versen (als Sonderform der Stabreime) als auch in freier Form eingesetzt. Wegen ihrer größeren Einprägsamkeit werden sie zudem häufig in der Werbung (z.B. „Spiel, Spaß und Spannung“ oder „Milch macht müde Männer munter“) und im Boulevard-Journalismus eingesetzt. 

Konzentrierte Alliterationen 

Intensive Häufungen von Alliterationen finden sich naturgemäß in (Kinder-)Büchern, die sich mit dem Alphabet beschäftigen. Hier einige Kostproben aus „Die Geschichte von Klara Klopädie und wie sie Engelbert Enzy fand“: 

  • „Klementine, ich sage dir das jetzt klipp und klar: Du kannst keinesfalls auf das Kirchendach klettern!“
  • „Genial“, grübelt sie gedankenverloren, „der Geburtstagsgugelhupf nach Großmutter Gerdas geheimem Gugelhupfrezept ist mir ganz gut gelungen!“
  • Nach einem neunzigminütigen Nickerchen sitzt sie am Nachmittag des N-Tages neben ihrer Nichte Nelli am Nähtisch.
  • „Mit genügend Glück geraten wir nicht ins Gewitter!“
  • Draußen ist winterlich-weihnachtliches Wetter und der Wind weht wie wild.
  • „Der Reiseroman ‚Ein Rauchfangkehrer in Rom‘ wäre auch recht reizvoll!“
  • „Riesige Regenmengen in Rom erwartet.“

(Das Buch ist übrigens direkt beim Verlag (http://www.hochachtung-verlag.com/AchtungBuecherwurmKlara.aspx) und im gut sortierten Buchhandel erhältlich.)

 

Griechische Mythologie für die Kleinsten!

„Ich will zur Sonne fliegen!“, sagt Ikarus 

Die Themen Sprache und Mythologie werden nicht nur im Wunderland Deutsch, sondern auch im Sortiment des Hochachtung Verlages hochgehalten und so widmet sich eines der neu erschienen Kinderbücher dem Mythos des tragischen griechischen Helden Ikarus, der der Sonne zu nahe kommt und diesen Fehler mit seinem Leben büßt.

In der Kinderbuch-Variante stellt sich der Mythos ein wenig anders und mit Happy-End dar: Der Vogeljunge Ikarus ist ganz traurig. Sein größter Traum ist es, hinauf zur Sonne zu fliegen. Aber er ist zu klein und seine Flügel sind zu kurz. Er schafft es nicht und ist untröstlich. Das Buch erzählt die bezaubernde Geschichte von Ikarus‘ Traum und seinen Freunden, die ihm dabei helfen, seinen Traum zu erfüllen. Es erzählt die Geschichte von großen Zielen und wunderbaren Freundschaften. Es spielt mit dem antiken Mythos und erweckt ihn auf wunderbare Weise zu neuem Leben.  Weitere Mythologie-Bücher für die Kleinsten folgen!

Weitere Informationen finden sich auf der Verlags-Homepage:  http://www.hochachtung-verlag.com/AchtungBuecherwurmIkarus.aspx und auf Ikarus‘ Homepage http://ikarus.achtung-buecherwurm.com/

Erhältlich sind die Bücher im gut sortierten Buchhandel und direkt beim Verlag.

 

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