"Frühling lässt sein blaues Band ..."

Literarisches zum Frühling 

„Wollte man die Herrlichkeit des Frühlings und seiner Blüte nach dem wenigen Obst berechnen, das zuletzt noch von den Bäumen genommen wird, so würde man eine sehr unvollkommene Vorstellung jener lieben Jahreszeit haben“, hält J. W. v. Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ fest. Und bei seinem Osterspaziergang legt er Faust folgende Worte in den Mund: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick.“  

In seinen philosophischen Briefen hält F. Schiller fest: „Jeder kommende Frühling, der die Sprösslinge der Pflanzen aus dem Schoße der Erde treibt, gibt mir Erläuterungen über das bange Rätsel des Todes und widerlegt meine ängstliche Besorgtheit eines ewigen Schlafes.“ 

Ludwig Uhland formuliert es in „Frühlingsglaube“ folgendermaßen:

„Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.

Es blüht das fernste, tiefste Tal:

Nun, armes Herz, vergiss der Qual!

Nun muss sich alles, alles wenden.“
 

Und das vielleicht berühmteste Gedicht über den Frühling stammt von Eduard Mörike: 

„Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße, wohlbekannte Düfte

Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,

Wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja Du bist 's!

Dich hab’ ich vernommen! “

 

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Die Angst, die der Gott Pan hervorruft

Panischer Schrecken

„Panik“, „panischer Schrecken“, „in Panik geraten“, „jemanden in Panik versetzen“, „panische Angst“, „Panik erzeugen“ – all diese Redewendungen hängen mit dem griechischen Gott Pan, dem Erfinder der Panflöte, zusammen.

Das Substantiv „Panik“ wurde erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der französischen Bildung „panique“ entlehnt, das auf das lateinische „panicus“ und das griechische „panikòs(= dem Pan eigen, von Pan ausgehend) zurückgeht. „Panik“ bezeichnet eine plötzlich auftretende, oft grundlose Furcht, in die Menschen durchaus auch bewusst versetzt werden können.

Die Bedeutung kann wie das Wort selbst auf die antike Mythologie zurückgeführt werden: Der Gott Pan wurde stets als Walddämon mit Hörnern und Bocksfüßen dargestellt und beeinflusste damit die christlichen Teufelsvorstellungen. In der Antike hielt man seine plötzliche und unsichtbare Nähe für den Grund von unerklärlichem Fluchtverhalten bei Mensch und Tier. Zudem wird ihm nachgesagt, dass er nicht selten den Ausgang eines Krieges beeinflusste, indem er in Kriegslagern Panik auslöste.

 

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Faustbrausen

Es hat sich längst nicht ausgebraust!

 „Schick mir dafür den ,Doktor Faust' / sobald Dein Kopf ihn ausgebraust!“ schrieb Friedrich Wilhelm Gotter im Sommer des Jahres 1773 an den jungen Goethe, nicht ahnend, dass es noch dreiunddreißig Jahre im Freundesschädel brausen würde, bevor der Tragödie erster Teil endlich fertiggestellt war. Ein weiteres Vierteljahrhundert später war das Faustbrausen wieder so stark, dass Goethe im Tagebuch festhalten konnte: „den Hauptzweck verfolgt“; „im Hauptgeschäft vorgerückt“; „am Hauptgeschäft fortgefahren“. 

Ein wunderbarer Artikel über die Entstehung von Johann W. v. Goethes berühmtestem Werk, „Faust“ fand sich letztes Jahr vor Ostern in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bald kommt wieder Ostern und somit auch die „Faustzeit“ – es möge heftig brausen!

 

Selbstbetrachtung für mehr Lebensfreude 

Und woher Goethe seine Lebensfreude bezog, wird ebenfalls beschrieben. Das Konzept würde sich gut zur Modellbildung eignen:

Goethe, dem aufmerksame Selbstbetrachtung keinen geringen Teil seiner Lebensfreude spendete, hat den eigenen Schaffensprozess immer wieder kommentiert - Homer hätte sich ein Beispiel daran nehmen sollen. So schrieb der Achtzigjährige, dem die Sorge um den noch immer unausgeführten vierten Akt zu schaffen machte, er habe sich das Manuskript binden lassen, damit ihm die „sinnliche Masse“ vor Augen stehe. Die Leerstelle des vierten Akts hat er einfach mit weißem Papier ausgefüllt, also das Nichts, das Ungeschaffene, greifbar gemacht. Es liege, schrieb der geniale Selbstmotivator, in „solchen sinnlichen Dingen mehr, als man denkt, und man muss dem Geistigen mit allerlei Künsten zu Hilfe kommen“.  

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