Oktober

Er hätte auch „Domitianus“ heißen können … 

Da der Oktober im altrömischen Kalender der achte Monat war, blieb der Name (lat. „octo“ = „acht“) auch nach der Kalenderreform für den nunmehrigen zehnten Monat erhalten. Für kurze Zeit benannte der Kaiser Domitian den zehnten Monat in „Domitianus“ um, was sich zum Glück nicht durchsetzte.

Im Althochdeutschen hieß der Monat „windumemanoth“, „Weinlesemonat“, was auf den Beginn der Weinlese hinweist. Ein anderer deutscher Name war „Gilbhart“, mit dem das Vergilben des Laubes gemeint war.

Andere Namen für den zehnten Monat: Weinlesemonat, Weinmonat, Dachsmonat

 

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Hitparade der deutschen Wörter

Eine Sprachstatistik 

Was ist das am häufigsten gebrauchte Wort der deutschen Sprache? In mühevoller Auszählarbeit hat Helmut Meier in den 1960er Jahren eine Liste der 207 häufigsten Wörter angelegt. Platz 207 geht dabei an „meiner“. Da eine vollständige Auflistung aber einen ermüdenden Effekt haben könnte, sollen hier nur die „häufigsten 10“ präsentiert werden: 

  • Platz 10: sie
  • Platz 9: von
  • Platz 8: nicht
  • Platz 7: das
  • Platz 6: den
  • Platz 5: zu
  • Platz 4: in
  • Platz 3: und
  • Platz 2: der
  • Platz 1: die

Verblüffend ist dabei vor allem, dass die 30 häufigsten Wörter 31,79% aller Wörter von Texten ausmachen (die 207 häufigsten sogar 54,35%!). Die Einsilber sind bei weitem die häufigsten Wörter und allgemein gilt die Regel: Je länger ein Wort, desto geringer seine Häufigkeit. Die häufigsten Substantive in dieser Auswertung sind „Zeit“, „Herr“, „Leben“ und „Jahre“, die häufigsten Verben „werden“, „sein“ und „haben“.

 

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September

Kaiser Tiberius sei Dank! 

Als der römische Senat dem Nachfolger von Augustus, Kaiser Tiberius, anbot, ihm wie zuvor Cäsar und Augustus einen Monat im Jahr zu widmen, lehnte dieser dankend mit der Frage ab, was dann mit dem 13. Cäsar sei. Seine Nachfolger teilten seine Bescheidenheit nicht und so erlebte der Monat während der römischen Kaiserzeit Umbenennungen in „Germanicus“, „Antoninus“, „Tacitus“ und „Herculeus“, die sich allesamt nicht als besonders beständig herausstellten.

 

Deshalb heißt unser neunter Monat „September“, was von lat. „septem“ = „sieben“ stammt und somit eine sprachliche Kuriosität darstellt (genauso wie die bis zum Jahresende folgenden Monate). Die Erklärung liegt in der Kalenderreform von 153 v. Chr., als der Jahresbeginn um zwei Monate vorverlegt wurde.

Der Begriff „September“ verdrängte im Laufe der Zeit die im deutschsprachigen Raum üblichen Monatsnamen „Holzmonat“ (ahd. „witumanot“) und „Herbstmonat“ (mhd. „herbistmanot“). 

Andere Namen für den neunten Monat: Scheiding, Herbstmond, Herbsting, Holzmonat, Engelmonat

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